Wiedereinstieg gestalten

Die rechtliche Situation in der Elternzeit ist sehr eindeutig. Du hast das Recht auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz, bei gleicher Bezahlung. Doch was bedeutet das jetzt für dich und deine Familie. Fangen wir mal vorn an.

#Plane deine Elternzeit

Die Frage ist vor allem, wie lange du in Elternzeit sein möchtest und in welcher Form du dir den Wiedereinstieg vorstellen kannst. Vielleicht kommt eine Weiterbildung für dich in Frage. Mit den Kollegen Kontakt halten macht auf jeden Fall Sinn. So bekommst du auch Veränderungen im Unternehmen mit, die deine Entscheidungen beeinflussen.

#Halte Kontakt

Der erste Tag ist auch nicht so aufregend, wenn alle das Gefühl haben, du warst einfach lange im Urlaub. Das hilft dir und den Kollegen.  In diesem Zusammenhang macht es auch Sinn, Kind und Kegel einzupacken und eben doch zum „Sommerfest“ zu fahren.
Du weißt, auf was ich hinaus will.

Außerdem kann ich empfehlen, saisonale Schwankungen im Arbeitsaufkommen zu berücksichtigen. Es fühlt sich nicht so schön an, nach der Elternzeit zwischen Tür und Angel begrüßt zu werden, weil vor lauter Arbeit die Luft brennt.

# Informiere frühzeitig über Änderungen

Die meisten Firmen sind permanent dabei ihre Personalressourcen für die kommenden 6 Monate zu planen und zu organisieren. Du möchtest gern länger in Elternzeit bleiben?! Im Grunde für alle kein Problem. Die gesetzliche Frist hingegen finde ich zu kurz. Da ist die Planung meist schon abgeschlossen und der Chef steht vor vollendeten Tatsachen und einem neuen Problem. Auch wenn die Gespräche nicht besonders angenehm sind, es lohnt sich. Trau dich, dann kannst du auch mit geradem Rücken wieder dein Arbeitsleben starten.

# Ist die Betreuung klar?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Die Klassiker Kindergarten und Tagesmutter sind sicher allen bekannt. Ein kleiner Tipp: Die Betreuungsstunden sollten geprüft werden. Wer 30 Stunden Betreuung hat, kann meistens nicht 30 Stunden arbeiten gehen. Die Regiezeiten für den Arbeitsweg, Haushalt und Entspannung sind nicht von der Hand zu weisen.  In den Großstädten des Landes findet man immer häufiger Co-Working Büros. Persönlich finde ich es schön, dass die Gestaltungsmöglichkeiten zunehmen. Nichts desto Trotz müssen die Kleinen sich an die neue Situation nach der Elternzeit gewöhnen. – Auch das muss eingeplant werden.

# Was kannst du langfristig leisten?

Die Kleinen in die Kita bringen, zur Arbeit fahren, Kids wieder abholen und noch kurz einkaufen und danach den Haushalt schmeißen. Da kommen schnell geplante 12 Stunden Tage zusammen. Ich habe noch keine Freizeit für dich eingerechnet.

Organisiere und plane deinen Alltag so, dass auf jeden Fall auch etwas Zeit für dich bleibt. Ich kann nur eine gute Mama sein, wenn ich mit einem gut geladenen Akku an den Start gehe. Manchmal geht es natürlich heiß her, aber in der Planung sollte es auf jeden Fall Berücksichtigung finden. Am Besten du skizzierst einen idealen Tag für dich bereits in der Elternzeit.

#verschiedene Interessen bedenken

Kein Arbeitgeber hat Interesse daran, wenn du entweder krank wirst oder den Job aufgibst, weil du mit deinen Kräften am Ende bist. Es gilt einen machbaren Weg für alle zu finden. Ich denke wir sind uns einig, dass die meisten Chefs eine gute Lösung wollen. Schließlich macht es auch für sie keinen Sinn, wenn die Arbeit nicht erledigt wird.

Vielleicht ist eine flexible Arbeitszeiteinteilung und Homeoffice eine Möglichkeit. Es lohnt sich das offen anzusprechen. Bei vielen Arbeitgebern gehört es mittlerweile zum guten Ton.

Ich finde auch die Dauer der Belastung spielt eine besondere Rolle. Für die meisten von uns ist es kein Problem phasenweise mehr Leistung zu bringen. Du solltest das gut abwägen. Ein Marathon ist kein Sprint.

# denke mittel- bis langfristig

Es handelt sich eben nicht um eine kurze Lebensphase, wie die Elternzeit, wo die Kinder mehr Aufmerksamkeit brauchen und viel fordern. Bei uns wird auch mit über zwei Jahren sehr regelmäßig nicht durch geschlafen und da leidet die eigene Leistungsfähigkeit. Wann es genau wieder richtig prima ist mit dem Schlafen, dass kann ich dir nicht beantworten. Wir sind da auch noch nicht angekommen.

# Backup für den Krankheitsfall

Krankheit ist immer eine schwere Zeit. Sind die Kleinen betroffen leiden wir mit und die Nächte sind kurz. Sind wir Eltern auch krank haben wir chaotische Zustände zuhause. Es ist auf jeden Fall eine Ausnahmesituation. Von Krankenhausaufenthalten oder ähnlichem ganz zu schweigen. Wer die Großeltern nicht in greifbarer Nähe hat, kann vielleicht auf Freunde zurückgreifen. Am Besten einfach ansprechen. Die größte Hürde ist oft aktiv um Hilfe zu bitten. Du wirst sehen, fast alle freuen sich über den Vertrauensbeweis. Vergiss nicht, auch deine Tagesmutter wird es mal erwischen.

# Stimme dich mit deiner Liebe ab

Wer kann die Fahrten in den Kindergarten übernehmen? Könnt ihr euch auf einen Rhythmus einigen, oder muss jede Woche geplant werden. Der Haushalt, der Einkauf. Alles muss mit eingeplant werden. Meiner Erfahrung nach, lohnt es sich den perfekten Tagesablauf vorzustellen und auszumalen. Der Bauch meldet sich zu Wort und hilft deine Prioritäten zu setzen. Deine Bedürfnisse spielen eine wichtige Rolle, wenn es um euren gelingenden Alltag geht. Die Bedürfnisse der anderen Familienmitglieder spielen natürlich auch eine wichtige Rolle und die Balance ist wichtig.

Damit hast du dann eine Basis, um in den Arbeitsalltag zu starten.

# Vertragsvereinbarungen prüfen

Vertraglich gibt es allerdings Themen, die berücksichtigt werden sollten. Wenn eine erfolgsorientierte Bezahlung zu Grunde liegt, ist das besonders wichtig. Das blanke reduzieren der Stunden ist dann wahrscheinlich nicht die Lösung. Es hängt in jedem Fall davon ab, wie hoch der Anteil der flexiblen Einkünfte ist. Mögliche Konstrukte könnten sein: Gehalt, Gehalt mit und ohne Bonus und/oder variablem Anteil. Jetzt ist in jedem Fall eine gute Gelegenheit die vorangegangenen Regelungen auf den Prüfstand zu stellen.

Denk daran, welche konkreten Aufgaben du abgeben wirst. Aufgabenbereiche und die Verantwortung dafür gehen nicht zwangsläufig Hand in Hand. Unter Umständen bleibt weiterhin der Großteil der Verantwortung bei dir, so dass einzig nach Stundensatz das Gehalt zu kürzen zu kurz gegriffen wäre und dazu kommen sicher auch die anderen vertraglichen Rahmenbedingungen.

Urlaubstage

Gleitzeit

Home Office

# Kenne deine Bedürfnisse und Fähigkeiten

Ich verstehe den Wiedereinstieg nach der Elternzeit, im übertragenden Sinne, wie ein erneutes Bewerbungsgespräch.

Es geht darum Geld gegen Leistung vertraglich zu vereinbaren. Sei dir dessen bewusst. Vermutlich wirst du größere Veränderungen danach nicht mehr durchsetzen können, ohne den Arbeitgeber zu wechseln. Es gibt vermutlich keinen besseren Zeitpunkt beispielsweise Home Office vertraglich zu verankern.

Vor allem in der Elternzeit haben wir neue Fähigkeiten erworben, die im Jobkontext sehr interessant sind. Meine Fähigkeiten im Bereich Organisation und Multitasking sind geradezu explodiert. Das Bummeln haben wir uns auch fast alle abgewöhnt. Ein guter Deal, oder?!

In diesem Sinne: Sei du selbst, das ist das Beste was du hast!